Discussion and Livestream

A Future for Food

mit Ken Rinaldo, Amy Youngs, Anna Paltseva, Daniel Lammel, Regine Rapp, Christian de Lutz


4. Juni 2020, 16-18 Uhr MEZ / 10-12 Uhr EDT
(auf englisch)






Können wir uns von den gegenwärtigen landwirtschaftlichen Praktiken lösen, die in engem Zusammenhang mit Wüstenbildung, Wasser- und Bodenverschmutzung, Antibiotikaresistenz, Klimawandel und sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten stehen? In einer zweistündigen Diskussion wollen wir über nachhaltige, artenübergreifende Perspektiven für die Landwirtschaft sprechen. Wir möchten über den Boden und die vielfältigen Möglichkeiten nachdenken, wie wir Nahrung betrachten können. Aquaponik, vertikale Landwirtschaft, Würmer, Waffenfliegen und Permakultur bieten echte Lösungen, bei denen Nahrung unter Achtung der Lebewesen und der sie unterstützenden, miteinander verflochtenen Ökologien angebaut wird.

Humane Nahrungsmittel können in städtischen oder ländlichen Gemeinden angebaut werden, obwohl der Boden kritisch ist. Wie können wir lernen und uns um Lebewesen kümmern, die wir nicht schnell kennen oder sehen können? Wie sieht Pflege (curare) in der Praxis aus? Wir sind auch daran interessiert, das Konzept der bürgernahen ökobezogenen Kunst zu erforschen, da so vieles unserer Handlungen in den Räumen zwischen Wissenschaft, nachhaltiger Praxis und spekulativer Fiktion angesiedelt ist.

Dieses internationale Gespräch wird als livestream hier übertragen. Fragen können in Kommentaren über youtube, facebook oder query@artlaboratory-berlin.org gestellt werden.



Links: Ken Rinaldo & Amy Youngs, Farm Fountain, 2009; mitte: Amy Youngs, Building a Rainbow, 2011; rechts: Ken Rinaldo, Cascading Garden, 2014


Redner_innen:

Amy Youngs ist Professorin für Kunst und Technologie an der Ohio State University. Sie verwendet Elektronik, Kinetik, Insekten, Pflanzen und Pixel, um künstlerische Projekte über die sich verändernden Beziehungen zwischen Technologie, Natur und das Selbst zu schaffen. Ihre Arbeiten wurden national und international ausgestellt, und ihre Essays über Kunst und Biologie wurden in Leonardo und Nouvel Objet veröffentlicht.

Ken Rinaldo ist international anerkannt für interaktive Kunstinstallationen, die hybride Ökologien mit Menschen, Algorithmen, Pflanzen, Tieren und Bakterienkulturen entwickeln. Seine Praxis in Kunst und Wissenschaft dient als Plattform für das Hacken komplexer sozialer, biologischer und maschineller Symbionten. Indem er Schnittstellen für Tiere und Pflanzen schafft, verweist er auf die Schönheit und verflochtene Symbiose, die in natürlichen lebenden Systemen existiert. Rinaldo ist Autor des Buches Interactive Electronics for Artists and Inventors und ist Professor für Kunst und Technologie an der Ohio State University.

Anna Paltseva hat in Geo- und Umweltwissenschaften am CUNY Graduate Center promoviert und ist Forschungs- und Programmkoordinatorin am NYC Urban Soils Institute. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Bewertung der Bioverfügbarkeit von Schwermetallen in städtischen Böden. Anna Paltseva ist Dozentin am CUNY Brooklyn College, der New York University und den Botanischen Gärten von New York und Brooklyn. Anna entwickelt Lehrmaterialien, leitet Boden-Workshops und koordiniert die Zusammenarbeit mit internationalen Forscher_innen für das NYC Urban Soils Institute.

Daniel Lammel ist Postdoktorand am Institut für Biologie (Pflanzenökologie) der Freien Universität Berlin. Seine Forschungsgebiete sind Bodenökologie und Mykorrhiza-Symbiose sowie Bodenfruchtbarkeit, Pflanzenernährung, Agrarwissenschaft und Ökosystemökologie. Ursprünglich aus Brasilien stammend, studierte er an der Universität von São Paulo, bevor er an der Univ. of Massachusetts in Amherst promovierte.

Regine Rapp ist Kunsthistorikerin, Kuratorin und Co-Direktorin von Art Laboratory Berlin. Ihre aktuellen Forschungsinteressen umfassen Installationskunst, Künstlerbücher, Hybrid Arts und Kunst- und Wissenschaftskooperationen. Sie forscht, kuratiert und publiziert zur Kunst des 21. Jahrhunderts an der Schnittstelle von Wissenschaft und Technologie. Sie lehrte Kunstgeschichte an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und forscht derzeit am Institut für Biotechnologie (Angewandte und molekulare Mikrobiologie) der TU Berlin.

Christian de Lutz ist Kurator, Mitbegründer und Co-Direktor von Art Laboratory Berlin, wo er über 40 Ausstellungen kuratiert hat, darunter die Reihen Zeit und Technologie, Synästhesie, [Makro]biologien & [Mikro]biologien und Nichtmenschliche Subjektivitäten. Seine kuratorische Arbeit konzentriert sich auf die Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technologie im 21. Jahrhundert, mit besonderem Augenmerk auf BioArt, DIY-Wissenschaftsinitiativen und die Erleichterung der Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Wissenschaftlern.


Eine Koproduktion von Network for Prototyping the Future und Art Laboratory Berlin.


Mit der Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europe:





 

 

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