Pressebeiträge über Art Laboratory Berlin
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Nächste Veranstaltung

MIND THE FUNGI
WALK & TALK #1

1) Briesetal | 27. Oktober 2018 (Tagesexkursion)
2) Lab Besuch, TU Berlin | 29. Oktober, 2018 (abends)

Freier Eintritt | Anmeldung erforderlich: register@artlaboratory-berlin.org




Art Laboratory Berlin lädt Sie zur ersten öffentlichen Veranstaltung von Mind the Fungi ein, einem zweijährigen Kooperationsprojekt zwischen der Technischen Universität Berlin und Art Laboratory Berlin. Die Künstlerin Theresa Schubert bietet vielfältige Perspektiven auf den Wald und seine kulturelle Bedeutung einschließlich einer Performance. Zusammen mit Biotechnologen vom Institut für Biotechnologie | TU Berlin wird sie uns durch Wälder von Berlin und Brandenburg auf der Suche nach Baumpilzen und Flechten führen. Die entnommenen Proben werden Teil eines zweijährigen Forschungsprojekts sein, das neueste biologische Forschung, Citizen Science und künstlerische Forschung verbindet.

Fatemeh Nejati, Carsten Pohl und Bertram Schmidt von der TU Berlin zeigen den Teilnehmern, wie sie Proben von Pilzen und Flechten sammeln und für weitere Untersuchungen und Kultivierungen konservieren können. In einem Labor-Besuch am Institut für Angewandte und Molekulare Mikrobiologie | TU Berlin am 29. Oktober wird den Teilnehmern gezeigt, wie Petrischalen mit Proben für die Kultivierung angelegt werden können.

Die in Berlin lebende Künstlerin Theresa Schubert erforscht unkonventionelle Sichtweisen auf Natur, Technik und das Selbst. Sie studierte Medienkunst an der Bauhaus-Universität in Weimar. Schubert kombiniert audiovisuelle und hybride Medien mit konzeptuellen und immersiven Installationen oder ortsspezifischen Interventionen, zu denen auch lebende Organismen gehören können. Thematisch befragen ihre Arbeiten die Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt und die Entwicklung von Materie und Bedeutung jenseits des Anthropos.



Im kommenden Jahr werden weitere Workshops und Laboruntersuchungen neue Formen der Pilzbiotechnologie erforschen, die sich derzeit in einem disruptiven Innovationsprozess befindet. Pilze, die auf der Basis nachwachsender Rohstoffe im biotechnologischen Prozess hergestellt werden, werden mit weitreichenden Konsequenzen in Verpackungsmaterialien, Baumaterialien und sogar Leder umgewandelt. Gemeinsam mit Biotechnologen der TU Berlin, Bürgerwissenschaftlern, Künstlern und Designern laden wir Sie zu Mind the Fungi ein.

Mind the Fungi ist ein Forschungsprojekt von Prof. Vera Meyer und Prof. Peter Neubauer vom Institut für Biotechnologie, Technische Universität Berlin und Art Laboratory Berlin.

Kooperationspartner:

Pressetext als PDF


Aktuelle Ausstellung

Strange Encounters with Vegetal Others
Špela Petrič



Pressevorschau: 21. September 2018, 11 Uhr
Vernissage 21. September 2018
Ausstellung läuft: 22. September - 18. November 2018
Fr- So, 14-18 Uhr


Workshop: 22. September 2018, 13-18 Uhr

Die slowenische Künstlerin Špela Petrič nähert sich ihrer Kunstproduktion über die Hybrid Arts und die Biochemie, worin sie promoviert hat. Diese beiden erkenntnistheoretischen Ansätze prägen ihre Arbeit mit dem Pflanzenreich im Sinne einer zwischenartlichen Kollaboration. Sie untersucht Ontologien, Methodologien, Ethik und Praktiken der Pflege, die unserer Beziehungen mit Pflanzen zugrunde liegen. Ihre erste Einzelausstellung in Berlin wird einen Einblick in ihre Multi-Species-Projekte geben.

Das Pflanzenreich, auf das wir für unser Überleben angewiesen sind, funktioniert auf einer völlig anderen biologischen Grundlage als unsere: scheinbar untätig, buchstäblich vegetativ und ausgestattet mit vielen noch unerforschten Formen der Intelligenz. Doch die Wissenschaft offenbart eine komplizierte Welt schwer nachvollziehbarer chemischer Konversationen, zwischenartlicher Netzwerke und nicht zentralisierter Operationen, die unserer eigenen Existenz fremd sind. Mit ihrer Arbeit schlägt Petrič neuartige Formen der Kommunikation zwischen Mensch und Pflanzen, gegenseitiger Erkenntnisse und Ansätze eines möglichen Austauschs vor.

Ihre Serie 'Confronting Vegetal Otherness' ist eine performative Auseinandersetzung über eben solche neuen Formen des Austauschs. Im Zentrum ihrer Arbeit Skotopoiesis (was mit "von Dunkelheit geformt" übersetzet werden kann) steht ein biosemiotischer Prozess zur Interkognition zwischen der Künstlerin und einem Kressefeld. In einer Langzeit-Performance steht die Künstlerin lange vor dem Feld, ihr Schatten trägt zu einem Verblassen und einer Dehnung der Kresse bei und der Körper der Künstlerin schrumpft minimal. Der zeitliche Aspekt zwingt die Künstlerin dazu, an einem vegetativen Zeitgefühl zu partizipieren und einen postanthropozentrischen Zugang zum Nichtmenschlichen einzunehmen.

Strange Encounters: Metaphysics, Algae and Carcinoma
 nutzt Biotechnologie, um unsere Unterschiede mit dem Pflanzenreich zu überwinden. Hier schaut die Künstlerin mit einem naturwissenschaftlichen Blick auf die Zellbiologie und verfolgt den Ansatz, die Zelle als biotechnische Arbeitskraft zu verstehen. Petrič inszeniert eine In-vitro-Begegnung von zwei Arten von Zellen: Chlorella, eine frei lebende einzellige photosynthetische Alge und eine menschliche Krebszelle, das Karzinom einer Blase. "Ich mache Biopolitik, wähle, instrumentiere, beobachte, dokumentiere, erzähle", bemerkt Petrič. "Der Krebs und die Algen verhandeln den Raum, den ich ihnen gebe. Die Macht der Biologie dringt genauso in die Pflanze ein, wie es der Mensch tut.

"Die Arbeit The Plant Sex Consultancy, die Petrič zusammen mit Pei Ying Lin, Dimitris Stamatis und Jasmina Weiss produziert hat, schlägt designbasierte Lösungen für sexuelle (oder Bestäubungs-)Probleme von sechs Pflanzen vor. Angesiedelt zwischen Medizinprodukten und Sexspielzeuge für Blumen, sprechen die vorgeschlagenen Designlösungen unsere Fantasie an und fordern unsere vorgefassten Vorstellungen von pflanzlicher Handlungs- und Empfindungsfähigkeit heraus. Sie beziehen sich auch auf eine mögliche Zukunft, in der ein Mangel an bestäubenden Insekten drastische technologische Eingriffe erfordert. Eine aktuelle Studie zeigte, dass die Insektenpopulationen in deutschen Naturschutzgebieten während der letzten 30 Jahre um mehr als 75% eingebrochen sind.

Regine Rapp & Christian de Lutz (Kuratoren)


Workshop mit Špela Petrič Phytocracy in situ: Prototyping tools for the investigation of plant governance
22. September 2018, 13-18 Uhr


(Anmeldung erforderlich: register@artlaboratory-berlin.org ):

In Verbindung mit der Ausstellung Strange Encounters with Vegetal Others

Wie hat es Weizen geschafft, den Menschen zu domestizieren? Von Michael Pollans Perspektive der "Botany of Desire" bis hin zu "vegetal politics" der Umwelt-Geisteswissenschaften – die Verstrickungen zwischen Pflanzen und Menschen sind allgegenwärtig, banal und auf den ersten Blick oft versteckt. Im Rahmen der Untersuchung von Vegetal Otherness begann Špela Petric, eigene erkenntnistheoretische Werkzeuge für ihre ‚Phytokratie' zu entwickeln, die von tatsächlichen Institutionen/Domänen/kulturellen Praktiken inspiriert sind, die Pflanzen-Mensch-Beziehungen, aber auch ihre Axiome und Grenzen spielerisch vergessen lassen.

D
ie Veranstaltung lädt die Teilnehmer dazu ein, über die Pflanzen-Führung als eine Regierung der Pflanzen nachzudenken. Angedacht ist eine schnelle und lockere Sitzung mit Prototypen-Entwicklung, um die Grünzone entlang des Panke-Flusses nahe Art Laboratory Berlin zu untersuchen. Die Übung knüpft an eine breitere Infragestellung von künstlerischen Methoden, Mediationen, Erzählungen an, um Erfahrungen mit den pflanzlichen Wesen zu vermitteln, die nicht linguistisch fassbar sind.

Der Workshop basiert auf dem Projekt Deep Phytocracy: Feral Songs, das Špela Petric in der Nida Art Colony, Litauen, und bei Osmosa in Ljubljana, Slowenien, entwickelt hat.


Mit der freundlicher Unterstützung von:


     



Sommerprogramm 2018


BioSignals
25. August 2018

Keine Registrierung, freier Eintritt


V. l. : Juan Duarte, Foto: Andrew Gryf Paterson; Sarah Hermanutz & Nenad Popov, Live Decomposition, Foto der Künstler; Laura Beloff, Foto: Andrew Gryf Paterson

BioSignals ist eine Reihe ortsspezifischer Sound-Art, Narrative und Natur-basierter Datenströme von menschlichen und nichtmenschlichen Kulturproduzenten im Sommer und Herbst 2018. Beim nächsten Pixelache Festival in Helsinki im Frühjahr 2019 wird es auch eine Präsentation geben. Der künstlerische Inhalt des Projekts konzentriert sich auf kreative und aktuelle Interpretationen von Biosemiotik, Energie als Medium und Kommunikation. Biosemiotik ist ein zunehmend einflussreiches Paradigma des Denkens, das Biologie und Kommunikation, Zeichensysteme und Signale des Lebens in vielfältigen Formen zusammenführt. Insbesondere bietet es konzeptionelle Werkzeuge, um Kommunikation und Umweltbedeutung über taktile, aurale und signalbasierte biochemische Mittel aus einer nicht-menschlichen Perspektive zu betrachten - beispielsweise aus der Sicht von Pflanzen und Flechten, tierischen, bakteriellen, elementaren Akteuren.

Zu den präsentierenden Künstler*innen gehören Sarah Hermanutz und Nenad Popov mit ihrer audiovisuellen Arbeit Live Decomposition sowie Pedro Soler und Beiträge von Andrew Gryf Paterson, Antye Greie-Ripatti, Juan Duarte, Krisjanis Rijnieks, Krista Dintere, Laura Beloff, Lilli Tölp und Mikko Lipiäinen.

14.00 Die Kuratoren von BioSignals stellen das Konzept von BioSignals und die Ergebnisse früherer Veranstaltungen der Öffentlichkeit vor.

15.00-17.00 Spaziergang entlang der Panke - ALB präsentiert das Projekt 'DIY Hack the Panke'.

17.00-19.00 BioSignals Seminar: Internet der Entitäten.
In ihrer Arbeit Forest Law haben Ursula Biemann und Paulo Tavares ein Bild des Amazonas-Regenwaldes als eine mit dem globalen Informationsfluss verbundene Entität geschaffen, die zum Teil über ein Netzwerk von Sensoren menschlicher Aktivität (Wissenschaftler usw.) entstanden ist. In diesem Netz erhält die menschliche Spezies Daten, die für ihre Perspektive relevant sind. Es ist wichtig zu fragen, wie der Wald selbst die Welt über diese neuen Medien wahrnimmt, wenn wir auf ein Paradigma zugehen, in dem nicht-menschliche Entitäten als juristische Personen behandelt werden. Wir müssen auch ein Verständnis dafür entwickeln, wie wir mit diesen Personen in einem ausgefeilten Dialog umgehen können, den rechtliche Verfahren unter den Subjekten erfordern. Wir müssen Sprachen, semiotische Strukturen und Strategien entwickeln und lernen, die das gegenseitige Verständnis zwischen Mensch und Nicht-Mensch gewährleisten. Welche Rolle spielt die Hybride Kunst in diesem Bestreben?

ca. 17.30 Live-Übertragung zu Pedro Soler (in Ecuador) - Reflexion über das Projekt Forest Law.

20.00 Performance: Live Decomposition von Sarah Hermanutz und Nenad Popov.

Mehr Informationen zu BioSignals:
https://www.pixelache.ac/projects/biosignals


Produziert in Kooperation mit



BioSignals wird von Nordisk Kultur Kontakt Culture and Art programm unterstütz.





Letzte Veranstaltungen:


Presentation | Performance

NOW. A Kinetic Life
Bidisha Das und Thomas Heidtmann


Freitag, 3. August 2018, 20 Uhr
Performance, 21 Uhr

Samstag, 4. August 2018
14 - 18 Uhr

Sonntag, 5. August, 2018

14 - 18Uhr
Artists Talk mit Bidisha Das & Thomas Heidtmann, 15 Uhr




NOW. A Kinetic Life ist eine interaktive Installation, die eine visuelle und akustische Verbindung zwischen dem Weltraum und den uns umgebenden physischen Räumen herstellt. Es ist ein Orchester der Bewegung, das Elemente aus dem Weltraum, der Natur und menschlichen Körpern als Instrumente benutzt. Im Zentrum steht der sich ständig verändernde Moment, in dem wir leben: JETZT. Die Installation überträgt Sound aus all diesen Räumen in Echtzeit zu einem modularen Synthesizer, das Herz der Installation, den Das exklusiv für das Projekt kreiert hat. Der Synthesizer wird begleitet von CubeSat-artigen Objekten, die Teil von Heidtmanns „Place in Orbit" -Projekt sind, tragbaren Handschuhen und Pflanzen mit Sensoren.

Die Erfahrung lässt sich so erklären, als hätte man mehrere Ohren gleichzeitig in verschiedene Richtungen und an verschiedenen Orten. Die Echtzeitdaten aus den Räumen und das Ergebnis sind bei jeder Aufführung einzigartig: Natürliche Klänge und Klänge aus dem Universum, alles ist miteinander verschmolzen; wie das Leben, das überall aufblüht und uns verbindet, um im Moment, im JETZT, zu leben.

NOW. A Kinetic Life wird ermöglicht durch das bangaloREsidency-Expanded-Programm des Goethe-Instituts / Max Mueller Bhavan Bangalore in Zusammenarbeit mit Lacuna Lab e.V.

Der Berliner Medienkünstler Thomas Heidtmann studierte an der Universität der Künste Berlin. Er ist Mitbegründer des Lacuna Lab e.V. sowie Gründer des Space Art Hackathon SPARTH und der Space Art Community SPARTHabitat. In seinen international präsentierten Arbeiten untersucht Heidtmann Formen und Ausdrucksweisen von Erkundung, Kollaboration und Kommunikation. Er ist fasziniert von Weltraumtechnologien, Spiegeln und Fragen der Sichtbarkeit und Beobachtung.

Bidisha Das ist Künstlerin und Entdeckerin mit großem Interesse an Kunst und Wissenschaft. Fasziniert von Natur und Technik variiert ihr Kommunikationsmedium von Ton zu Film, von Wald zu Himmel, von Menschen zur Tierwelt u.a. Das Studium absolvierte sie an der Srishti Schule für Design und Technologie in Bangalore. Ihre Arbeit hat Sound-Art-Praktiken bei der Indian Sonic Research Organisation in Bangalore erforscht, und sie hat im HKW in Berlin aufgeführt. Sie war Teampartnerin bei Caltech-NASA, um eine bemannte Asteroidenmission zu initiieren und war zahlreiche Monate in den Wäldern von Indien und im peruanischen Amazonas an Naturschutzarbeiten beteiligt.

  



Workshop:
(Un)Real Ecologies - Microplastics

Kat Austen & Nana MacLean

7./8. July 2018


Bilder: Kat Austen

Plastik hat Wasser, Erde und unsere Körper durchdrungen. Es ist die neue Ikone unserer Zeit. Während des Workshops (Un)Real Ecologies: Mikroplastik werden wir das Vorhandensein von Mikroplastik im Fluss Panke nahe von Art Laboratory Berlin erforschen. Wie (ko)existieren Organismen und Mikroorganismen mit diesen von Menschen hergestellten Materialien? Wir werden die Wasserproben untersuchen, um ein neues Verständnis über das Panke-Ökosystem zu bekommen. Plastik ist gegenwärtig ein wesentlicher Teil davon - ein Mikrokosmos, der uns fragen lässt: "Was ist Natur?"

Kat Austen ist eine Abfolge von Erfahrungen und eine Ansammlung von Bestrebungen. Sie kreiert künstlerische Projekte, die vielfältige Erkenntnisse erforschen, von Musik über verkörpertes Wissen bis hin zu DIY-Wissenschaft, und konzentriert sich auf emotionale Verbindungen zwischen dem, was wir als intern und extern betrachten. Kat ist Dozentin für Kunst und Wissenschaft an der Universität von Leeds, hält Vorlesungen über das BASC-Programm für Kunst und Wissenschaft der UCL und ist Artist in Residence an der UCL-Fakultät für Mathematik und Physikalische Wissenschaften. Frühere Aufenthalte umfassen NYU Shanghai Gallery und ArtOxygen. Kat war Gründungsmitglied des London Creative Network-Programms. Sie lebt in Berlin.

Nana MacLean studierte Biologie an der UvA Amsterdam und hat kürzlich ihr Masterstudium in Molekularbiologie an der Universität Potsdam abgeschlossen. Neben ihrem Studium war sie an Projekten beteiligt, die die Grenzen zwischen disziplinären Systemen und Methoden überschritten - sowohl spekulatives Design als auch performative Kollaborationen. Als Doktorandin forscht Nana derzeit über mikrobielle Gemeinschaften in anthropogenen Landschaften und kunststoffverschmutzten Böden am GFZ Helmholtz-Zentrum Potsdam. Ihre Forschung konzentriert sich auf Plastik als biologischer Lebensraum und erforscht darüber hinaus zukünftige Ökologien und Forschungsbereiche, die Storytelling und andere einfallsreiche Methoden beinhalten. Nana lebt und arbeitet in Potsdam und Berlin.

(Mehr Informationen)


Teil des Shared Habitats Projekts, organisiert von Institutio Media und finanziert von Nordic Culture Point

Book Release Party 6. Juli 2018, 19 Uhr:



Half Life. Maschinen/ Organismen, künstlerische Positionen im Kontext von Klimawandel und Artensterben.

Käthe Wenzel/Manfred Blohm (eds.) Fabrico Verlag Hannover, 2018.


Maschinen-Organismen, organische Maschinen: Die Auflösung der Grenzen zwischen Körpern und Mechanik ist auf dem Weg zur Normalität: fühlende Prothesen, Neuroimplantate, Neuroenhancement – Posthumanismus. Das Artensterben soll durch synthetische und mechanische Organismen ausgeglichen werden. Wie werden diese Entwicklungen künstlerisch weiter gedacht? Welche Drohungen und Versprechungen zeichnen sich ab? 41 künstlerische Positionen aus 15 Ländern liefern kritische bis visionäre Vorlagen zu den Gebieten:
Sozio-emotionale Service-Maschinen: Stellvertreter und soziale Krücken; Ersatz: Maschinen-Umgebungen und künstliche Organismen; Utopie: Prothesen, Utopische Instrumente und Ersatzkörper; Verbindung: Vermittlungsmaschinen und Kommunikation zwischen den Spezies; Autonome und obsolete Maschinen: vergangene Maschinenkulturen.

Mit
Agnes Meyer-Brandis, Alex May, Alexander Schellbach, Andras Böröcz, Anna Dumitriu, Christa Sommerer, Claudia Schmitz, Courtney Johnson, Emma Critchley, Giuliana Cunéaz, Guy Ben-Ary, Hannes Waldschütz, Ionat Zurr, Jeongmoon Choi, Ji Hyun Park, Jinyoung Lee, John Roach, Käthe Wenzel, Kerstin Ergenzinger, Laurent Mignonneau, Lisa Glauer, Lorenzo Oggiano, Lukas Truniger, Malte Bartsch, Marie-Eve Levasseur, Michael Schulze, Nicola L. Hein, Oron Catts, Pey-Ying Lin, PSJM, Robbin A. Silverberg, Robertina Šebjanic, Saša Spacal, Špela Petric, Susanna Hertrich, Susanna Schoenberg, Suzanne Anker, Tobias Grewenig, VALIE EXPORT, Verena Friedrich, Via Lewandowsky, 431art

...und einführenden Texten von KätheWenzel/ Manfred Blohm, Regine Rapp/ Christian De Lutz, Lisa Glauer/ Helge Oder.




Letzte Ausstellung:

Viscous Bodies

Sarah Hermanutz
Alanna Lynch

Eröffnung: Freitag, 23. März 2018, 20 Uhr
24. März - 13. Mai 2018
Fr - So, 14-18 Uhr u. n. Vereinbarung (Osterwochenende geschl.)

Künstlergespräch mit beiden Künstlerinnen: 25. März 2018, 15 Uhr


Dokumentation, v.l. Alanna Lynch, Concealed and Contained; Potentials; Sarah Hermanutz, Salamander Mourning Veil, Inside Bodies

Das Ausstellungsprojekt präsentiert in einem offenen Rahmen die aktuelle künstlerische Forschung zweier Künstlerinnen an der Schnittstelle von Kunst und Naturwissenschaft. Ausgehend von liquiden Substanzen basieren die Arbeiten von Sarah Hermanutz und Alanna Lynch auf Themen wie Amphibien, Begrenzungen, Feuchtgebiete, Körpergrenzen, Marginalisierung, Materialästhetik, Sickerwasser und Sinneswahrnehmung durch Performances, Installationen, Multimedia und lebende Kunstwerke. Das Projekt lädt die Öffentlichkeit ein, sich in vielfältiger Weise mit der Materie, im direkten und übertragenen Sinne, zu beschäftigen.

Alanna Lynch arbeitet mit lebenden Organismen und biologischen Materialien und untersucht mittels Performance die Politik der Affekte und Fragen über Handlungsfähigkeit. Sie erforscht die Ästhetik von Ekel und Angst mit einem Fokus auf verkörpertes Wissen und Dynamiken des unbewussten. In ihrem Projekt Potentials kultiviert Lynch beispielsweise Kolonien von Fruchtfliegen, Drosophila melanogaster, während ihres gesamten Lebenszyklus, wobei sie mikroskopische Fotografie und performative Formate nutzt und die Besucher mit einer forschungsähnlichen Umgebung mit Fliegenbehältern konfrontiert. Die evozierten Reaktionen reichen von Neugier bis Ekel. Ihre Performances erkunden Körper und Identität, oftmals als komplexe und undefinierbare Einheiten; beide bestehen aus immer teilbareren Teilen der Materie. Für ihre Performance Concealed and Contained sammelte sie jahrelang ihr eigenes Haar und häkelt es zu einem immer größer werdenden Behältnis, das zwischenzeitlich Kopf und Schultern bedeckt. Während der Aufführung ist sie nackt, bis auf das selbstgemachte ‚Versteck', an dem sie dann kontinuierlich arbeitet.

Sarah Hermanutz erforscht die Schnittstellen von Performance, Technologie und Ökologie. Ihre Skulpturen, Installationen und performativen Arbeiten beschäftigen sich mit Feuchtgebieten, amphibischen Wesen, Genderaspekten und sozialer Kognition. Live Decomposition, eine aktuelle Zusammenarbeit mit dem Soundkünstler Nenad Popov, wurde letztes Jahr in Lissabon und Berlin aufgeführt. Das Video dokumentiert Hermanutz Hände in einem Aquarium mit Schlamm, Sand, lebenden und toten Organismen aus Feuchtgebieten und anderen gesammelten Materialien. Die Künstlerin interessiert sich sehr für Amphibien, sowohl als Organismus als auch als Metapher. In Inside Bodies wird ein Axolotl in einem Gefäß zu einem Moment menschlicher/nichtmenschlicher Begegnung. Ihre Arbeit Salamander Mourning Veil, die Zeichnungen, Fotografien und Performances umfasst, ist eine künstlerische Aussage über das Massensterben von Amphibien und den Abtrag von Feuchtgebieten, ein melancholisches Statement über Pflege und Empathie im Sinne von Haraways Diktum "staying with the trouble".

Im Zentrum des Ausstellungsprojekts steht die Ästhetik der Viskosität. Dabei werden die Künstlerinnen auch an einer neuen Installation zusammenarbeiten, die ein Verbindungssystem aus Flüssigkeiten, lebenden Materialien, Organismen und Technologie bilden und gemeinsame Themen ihrer Arbeit bündeln wird.
(Mehr Informationen)

-Regine Rapp & Christian de Lutz



Vorherige Verantstaltungen:

NONHUMAN AGENTS - in retrospect
Dokumentation | Publikation | Party


23. February 2018, 19-23 Uhr

Art Laboratory Berlin lädt Sie herzlich ein, unser Programm Nonhuman Agents in Art, Culture and Theory (2017) in Retrospekt zu studieren. Wir präsentieren Foto-, Video- und Textdokumentationen unserer Workshopreihe, Vorträge und Ausstellung sowie der dreitägigen Konferenz im November 2017.


Vorherige Ausstellung:

Nonhuman Networks
Heather Barnett | Saša Spačal, Mirjan Švagelj & Anil Podgornik

Vernissage: 29. September 2017, 20 Uhr
Pressevorschau: 29. September 2017, 11.00 (Bitte anmelden: presse@artlaboratory-berlin.org)
Artist Talk mit Heather Barnett und Saša Spa
čal: 30. September 2017, 15 Uhr
Interdisziplinäre Konferenz. Nonhuman Agents in Art, Culture and Theory: 24. -26. November, 2017
Laufzeit: 30. September - 26. November 2017

Fr- So 14-18Uhr u.n.V.

Links: Saša Spačal, Mirjan Švagelj und Anil Podgornik, Myconnect, Installation, 2014, Damjan Švarc / Kapelica gallery photo archive;
Rechts: Heather Barnett, The Physarum Experiments Study No. 022, Film still, 2016

Die Ausstellung Nonhuman Networks präsentiert ästhetische Entwürfe neuer Kommunikationsformen zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren. Wie funktioniert der weltweit größte Einzeller als Computer? Welchen Zugang können wir zum sogenannten "Internet des Waldes" bekommen? Die herausragenden performativen Arbeiten der international anerkannten Künstler stellen eine Möglichkeit für das Publikum dar, sich auf außersprachliche Formen und Kontakt mit unterschiedlichen, scheinbar simplen Lebensformen einzulassen.

Das Kollektiv mit Saša Spačal, Mirjan Švagelj und Anil Podgornik verbindet Kunst, Biologie und Kybernetik, um eine Plattform für eine Kommunikation zwischen Arten zu schaffen. In Myconnect wird das Nervensystem einer Person mit einem Pilz-Myzel in einer Biofeedback-Schleife verbunden. Nach dem Betreten der Kapsel wird eine Person mit einem Herzschlagsensor, Kopfhörer und Vibrationsmotoren ausgestattet, die auf verschiedenen Körperteilen platziert sind. Der menschliche Herzschlag setzt das System in Bewegung. Das Signal fährt durch das Myzel, wo es in Echtzeit moduliert wird. Das modulierte Signal wird über Klang, Licht und taktile Sinnesimpulse wieder in den menschlichen Körper zurück übertragen. Die überwältigenden Reize, die das Nervensystem beeinflussen, verursachen eine Veränderung des Herz-schlags. Eine neue Schleife beginnt, und der Kreis ist geschlossen. Eine Symbiose von Signalen beginnt.

Myconnect ist ein symbiotischer Konnektor unterschiedlicher Arten, der die anthropozentrische Teilung von Natur / Mensch in Frage stellt. Mit seinem Stromkreis von Signalen und Impulsen, erzeugt und übersetzt von biologischen und technologischen Organismen, bietet Myconnect eine immersive Erfahrung symbiotischer Wechselbeziehungen an. Diese Erfahrung lässt eine technologische Unterscheidung von Natur / Mensch als eine willkürliche Definition erscheinen, die bestimmten biopolitischen Interessen der menschlichen Gesellschaft dient.

Das Kollektiv hat sich entschlossen, mit Pilzen zu arbeiten, einer der dominierenden Lebensformen der Welt. Das Myzel, der verborgene, unterirdische Teil der Pilze, kann in großen Maßen wachsen; es wird angenommen, dass ein Organismus in Nordamerika das weltweit größte Lebewesen ist. Jüngste Studien zeigen eine starke Verbindung zwischen Pilzen und Waldbäumen, dem sogenannten "Internet der Bäume", das große symbiotische Netzwerke bildet. Myconnect ist ein künstlerisches Experiment auf sozialer, ästhetischer und biologischer Ebene und erforscht neue Möglichkeiten der zwischenartlichen Kommuni-kation, jenseits der menschlichen Sprache.

Heather Barnett ist Künstlerin, Forscherin und Vermittlerin, die mit Naturphänomenen und biologischem Design arbeitet, oft gemeinsam mit Wissenschaftlern, Künstlern, Teilnehmern und Organismen. Mit Hilfe lebender Materialien und bildgebender Technologien erforscht ihre Praxis, wie wir die Welt um uns herum beobachten, repräsentieren und verstehen. Zu den Projekten gehören mikrobielle Porträts, Modellbildung von Systemen und eine fortlaufende "Zusammenarbeit" mit einem intelligenten Schleimpilz, Physarum polycephalum, einer der weltweit größten einzelligen Organismen.

Was Physarum polycephalum besonders interessant macht, ist seine geschickte Fähigkeit, Probleme über ihre Wechselwirkungen mit der Umwelt zu erkennen und lösen. Wissenschaftler in Japan und Großbritannien haben die Fähigkeit von Physarum polycephalum für räumliche Berechnungen untersucht (in Zusammenhang mit den effizientesten Formen der Futtersuche). Diese Studien markieren eine interessante Wende in der Kybernetik, die bereits stark von der Biologie beeinflusst wird. Hier manifestiert sich ein Organismus sowohl als technologisches Artefakt und als auch Akteur.

Während eines mehrjährigen empirischen Forschungsprozesses und einer kunstwissenschaftlichen Zusammenarbeit lässt Barnett den Schleimpilz in Form einer ausgehandelten Co-Creation teilhaben, was in animierte Filme, Drucke und lebende Skulpturen mündete. Sie hat auch eine Reihe interaktiver öffentlicher Workshops entwickelt, die Physarum polycephalum als Material, Modell und Metapher durch kollektives Experimentieren untersuchen. Ihr Workshop Swarm | Cell | City findet am 23./24. September 2017 als Teil der Nonhuman Agents-Reihe statt, in Zusammenarbeit mit dem Berliner Künstlerkollektiv plan b (Sophia New & Daniel Belasco Rogers). Diese Ausstellung baut auf ihrer einzigartigen Kombination aus interdisziplinärer Forschung und partizipativer Praxis auf.
(Mehr Informationen)

Regine Rapp & Christian de Lutz (Kuratoren)


VERANSTALTUNGEN

2-Tages-Workshop Swarm | Cell | City
Mit Heather Barnett und plan b (Sophia New & Daniel Belasco Rogers)
23. und 24. September 2017
(Mehr Informationen)

Artist Talk mit Heather Barnett und Saša Spacal: 30. September 2017 / 15 Uhr

Interdisciplinary Conference Nonhuman Agents in Art, Culture and Theory
(In Kooperation mit
Europäische Medienwissenschaft, Universität Potsdam)
24. - 26. November, 2017


Neoavantgarde publiziert von Franziska am 10.01.2018, Wissenschaftliche Kunst: BioArt bringt Menschen der Natur wieder näher

Ex Berliner puliziert im November 2017, von Sarrita Hunn, Mushrooms, robots and bread


Imperica.com publiziert am 07.02. 2018, Invasive nonhuman actors: In conversation with Saša Spacal and Heather Barnett

Labiotech.eu publiziert am 16.12.2017 von Clara Rodríguez Fernández, Science and Art Join Forces to Challenge our Anthropocentric Worldviews

Klimaretter.info Das Magazin zur Klima-ind Energiewende publiziert am 08.10.2017 von Daniela Schmidtke, BioArt: Intelligente Pilze

Art-in-Berlin publiziert am 09.10.2017 von Dr. Barbara Börek, Menschliche und nichtmenschliche Akteure im Netzwerk, Nonhuman Networks - Art Laboratory Berlin,


Mit freundlicher Unterstützung von:







Medienpartner:


Kooperationspartner:





Vorherige Verantstaltungen:


Interdisziplinäre Konferenz
Nonhuman Agents in Art, Culture and Theory

24. -26. November, 2017

Prinzenallee 58, 13359 Berlin-Wedding (gegenüber von Art Laboratory Berlin)



Als theoretische Ergänzung zu unserer laufenden Reihe Nonhuman Agents (Juni - Dezember 2017) vereint Art Laboratory Berlin - gemeinsam mit unseren Partnern, dem Institut für Kunst und Medien, Universität Potsdam - internationale Künstler, Wissenschaftler aus Natur- und Geisteswissenschaften verschiedener Disziplinen, um künstlerische, philosophische, ethische und naturwissenschaftliche Ansätze über nichtmenschliche Akteure zu diskutieren. Bisherige Positionen aus unserer Reihe Nonhuman Subjectivities (2016-17) werden miteinbezogen.

Die Konferenz beginnt mit einer Reflexion über den Post-Anthropozentrismus und möchte Formen der Intelligenz (menschliche, tierische und pflanzliche Intelligenz) und Begriffe wie ‚Agency' (Handlungsfähigkeit) und ‚Sentience' (Empfindungsfähigkeit) genauer definieren. Eine eingehende Betrachtung in der Aushandlung dieser neu perspektivierten Prozesse wird die Rolle von Pilzen beinhalten: Myzel, das Internet von Bäumen und Hefen. Formen mikrobieller Handlungsfähigkeiten werden über das Phänomen des Quorum Sensing und Biofilme untersucht; zur Diskussion steht außerdem eine Form der Mikrosubjektivität. Es wird Beiträge zum Mikrobiom und Holobiont geben, unter Berücksichtigung des Menschen und den Formen des Seins, die er mit nichtmenschlichen Lebensformen teilt. Wir wollen eine Diskussion zu Endosymbiose und Sympoiesis eröffnen, symbiotische Beziehungen, horizontale Gentransfers und die Rolle von Lynn Margulis in der Biologie und Wissenschafts- und Technologieforschung des 21. Jahrhunderts widerspiegeln. Schließlich wird die Konferenz bedrohte nichtmenschliche Perspektiven diskutieren und eine Ethologie für die technowissenschaftliche Ära vorschlagen.
Kooperationspartner: Europäische Medienwissenschaft, Universität Potsdam
(Mehr Informationen
- Erste Videodokumentation Online!)

Abstract und Bios als .pdf (Englisch)


Arthist.net publiziert von Naomie Gramlich am 23.01.2018, Nonhuman Agents in Art, Culture and Theory

Medium.com publiziert von Matinska Monstruito am 19.1.2018, Mary Maggic: el post-cyberfeminismo aderezado con una pizca de estrogeno casero

Taz publiziert am 1.1.2018 von Manfred Ronzheimer , Kunst und Wissenschaft: Ein Blick auf nichtmenschliche Akteure

Labiotech.eu publiziert am 16.12.2017 von Clara Rodríguez Fernández,Science and Art Join Forces to Challenge our Anthropocentric Worldviews

Berliner Gazette publiziert am 14.12.2017 von Olga Timurgalieva, Menschen unter sich? Wie Bio-Art-KünstlerInnen die Grenze zwischen Natur und kultur verschieben



Nonhuman Agents in Arts & Culture

Nonhuman Agents greift jüngste philosophische Ansätze auf, die den Anthropozentrismus in Frage stellen. Diese Diskurse betonen eine nichtmenschliche Perspektive durch objekt-orientierte Ontologie (Harman, Meillasoux); diskutieren nichtmenschliche/ menschliche Begegnungen (Haraway); postulieren einen Posthumanismus (Braidotti); und untersuchen verschiedene posthumanistische performative Strategien, wie zum Beispiel intra-acting (Barad). Eine neue dezentrierte Perspektive lässt uns auf eine Realität blicken, die nicht mehr in rein anthropozentrischen Parametern beschrieben werden kann.



Workshops & Lectures
Mit Workshops und Lectures laden vier internationale, in Berlin lebende Künstlerinnen das Publikum ein, mittels ausgewählter künstlerischer performativer und wissenschaftlicher Methoden über Phänomene des Nichtmenschlichen nachzudenken. Dabei spielen Pilze, Moose, Flechten und bakterielle Prozesse sowie Berliner Feuchtgebiete eine zentrale Rolle.

Alanna Lynch | Gut feelings
18. Juni 2017

Margherita Pevere | Anatomy of an inter-connected system
15. Juli 2017

Theresa Schubert | The forestal psyche
25. & 26. August 2017

Sarah Hermanutz | ill-at-ease seep
28. Oktober 2017

Präsentation von "Nonhuman Agents"
14. September 2017, 19-23 Uhr
15.-17. September 2017, 13-16 Uhr

2-Tages-Workshop
Heather Barnett + plan b (Sophia New & Daniel Belasco Rogers) | Swarm | Cell | City
23. & 24. September 2017

Exhibition
Nonhuman Networks
Heather Barnett
| Saša Spačal mit Mirjan Švagelj & Anil Podgornik
Vernissage: 29. September 2017, 20 Uhr | Laufzeit: 30. September - 26. November 2017



Interdisziplinäre Konferenz
Nonhuman Agents in Art, Culture and Theory

24. -26. November, 2017

Die interdisziplinäre Konferenz wird schließlich internationale Künstler, Geistes- und Naturwissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen bringen, um künstlerische, philosophische, ethische und naturwissenschaftliche Ansätze zu nichtmenschlichen Agenten zu diskutieren. Dabei werden die bisherigen Positionen der Reihe Nonhuman Subjectivities auch berücksichtigt werden.

Kooperationspartner: Europäische Medienwissenschaft, Universität Potsdam


Mehr zu Nonhuman Agents

Mit freundlicher Unterstützung von:




         

Medienpartner:


Kooperationspartner:




Sarah Hermanutz | ill-at-ease seep
28. Oktober 2017, 19 Uhr


Fotos: Sarah Hermanutz

In ihrem Vortrag wird die Künstlerin Sarah Hermanutz die Beziehung zwischen Mensch und Feuchtgebiet diskutieren, ein längerfristig angelegtes Projekt ihrer künstlerischen Forschung. Feuchtgebiete sind eines der biologisch vielfältigsten und wichtigsten Ökosysteme für das Leben auf der Erde, im vergangenen Jahrhundert hat jedoch die Menschheit über 50% von ihnen zerstört. Die Künstlerin wird unsere historischen und gegenwärtigen Beziehungen zu diesen Milieus untersuchen, einschließlich der Tropen und Vorurteile, die sie marginalisiert haben und ihre kontinuierliche Entwässerung und Zerstörung rechtfertigen. Sensorische und ästhetische Erfahrungen von Feuchtgebieten, die für den Menschen als unangenehm empfunden werden können, sind essenziell für die Wiedereingliederung von Menschen innerhalb dieser ökologischen Gemeinschaften.

Die westliche Welt verbindet Feuchtgebiete mit Krankheit und Verfall, sowohl physisch als auch moralisch. Beispiele aus Kunst, Literatur und Populärkultu zeigen Angst und Schrecken dieser Randzonen und verknüpfen sie mit einem körperlichen "Anderssein", das auch auf Queer, Behinderungen, Fremdheit / Fremdes und das "monströs Weibliche" übertragen wird. Diese unbändigen Körper werden sowohl physisch als auch kulturell unterdrückt - zugunsten puristischer Vorstellungen von Sauberkeit, Gesundheit, Stabilität und optimierten ökonomisch produktiven Systemen. Großräumige Entwässerungsprojekte wurden als große Meisterleistungen des menschlichen Ingenieurwesens angesehen und wandelten "Ödlande" in klar definierte Zonen von Wasser und Land um, die für die anthropozentrische landwirtschaftliche und städtische Nutzung als nützlich angesehen wurden.

Hermanutz schlägt vor, die Stadtökologie Berlins als Stadt auf den Flussauen und ehemaligen Feuchtgebieten zu überdenken. Die Sehenswürdigkeiten, Geräusche, Texturen, Geschmäcker und Gerüche dieser Ökologie wurden förmlich an den Rand Berlins verbannt, aber sie sickern weiterhin durch. Der Vortrag ist ein Angebot, sich mit Feuchtgebieten zu verbinden und sensorisch zu engagieren, sowie ihr Potenzial, unsere defensiven Grenzen zwischen Wasser / Land, Selbst / Anderem, Lebendem / Nichtlebendem und Mensch / Nichtmensch zu hinterfragen.
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2-Tages-Workshop
Heather Barnett + plan b (Sophia New & Daniel Belasco Rogers) | Swarm | Cell | City
23. & 24. September 2017 | jeweils 13-17 Uhr



Der 2-Tages-Workshop versteht sich als partizipatives Experiment zu Kunst, Performance und Biologie, das der Ausstellung Nonhuman Networks vorausgeht. Das Projekt lädt die Teilnehmer ein, die Stadt Berlin durch die Perspektive eines intelligenten einzelligen Organismus zu betrachten, des Schleimpilz Physarum polycephalum, und per GPS tracking.

Die Veranstaltung soll Voraussetzungen für kritisches und kreatives Lernen schaffen, ohne die Ergebnisse zu kontrollieren. Die Ursprünge der kreativen Forschung sind unmittelbar verbunden mit selbstorganisierenden Prinzipien natürlicher Phänomene, zum Beispiel bei der Verwendung stigmerischer Prozesse. Der Workshop bedient sich der historischen und gegenwärtigen Topographie Berlins und schlägt eine Reihe unterschiedlicher Experimente und Aktivitäten vor, die kollektive Kommunikationsweisen, Kooperation und urbane Navigation untersuchen.
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labiotech.eu publiziert am 16.09.2017 von Clara Rodríguez Fernández, How Does it Feel Like to be a Slime Mold in Berlin?

Kunstforum International, publiziert im Oktober 2017, Aktionen & Projekte: Berlin: Nonhuman Agents

Auszeichnung 2017 an Art Laboratory Berlin

Wir freuen uns mitzuteilen, dass Art Laboratory Berlin erneut Preisträger der "Auszeichnung künstlerischer Projekträume und –initiativen" geworden ist. Wir danken der diesjährigen Jury für diese Entscheidung und der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa für die Auslobung des Preises.

Wir betrachten diese Auszeichnung als Wertschätzung unserer intensiven Arbeit der letzten Jahre mit Ausstellungen, Seminaren, Workshops und Konferenzen zu aktuellen Themen in Kunst und Wissenschaft. Unser Dank geht auch an die Künstler, Kollegen und Förderer, mit denen wir unsere Projekte realisieren konnten und zukünftig umsetzen werden.

Preiseverleihung 15. September 2017 ab 17h30 (Mehr Informationen)


Art-in-Berlin publiziert am 20.05.2017, von Carola Hartlieb, Preise zur Auszeichnung künstlerischer Projekt-räume und -initiativen 2017 vergeben

Präsentation von 'Nonhuman Agents'


14. September 2017, 19-23 Uhr
15.-17. September 2017, 13-16 Uhr
Während der Berlin Art Week präsentiert Art Laboratory Berlin unsere Ergebnisse der ersten drei Workshops der 'Nonhuman Agents' Serie sowie unser Herbstprogramm. In Kooperation mit dem Netzwerk freier Berliner Projekträume und -initiativen und der Nonhuman Agents Seriedem Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa

gasag.de publiziert am 07.09.2017 von von Thomas Koehler und Andreas Greiner, 10 Tipps für die Berlin Art Week 2017. Von Kunstexperten empfohlen: 10 Highlights der Berlin Art Week 2017

Mit freundlicher Unterstützung von:


Medienpartner:


Kooperationspartner:



Netzwerk freier Berliner Projekträume und –initiativen




Theresa Schubert | The forestal psyche



Freitag, 25. August 2017, 19-21 Uhr
(Lecture)
Samstag, 26. August 2017, 10-18 Uhr
(Exkursion)
Verbindliche Anmeldung an register@artlaboratory-berlin.org

Vortrag und Workshop basieren auf dem langjährigen künstlerischen Forschungsprojekt der Künstlerin zu lebenden Organismen als künstlerisches Material und Medium. Für dieses Vorhaben widmet sich Schubert dem Potential von Schleimpilzen, Moosen und Flechten aus den Wäldern des Berliner Umlands. Schleimpilze sind die größten bekannten Einzeller und leben als Fäulnisbewohner am Waldboden. Bestimmte Moose und Flechten sind natürliche Heilmittel und Indikatoren für gute Luftqualität. Abgesehen von einer wissenschaftlich begründeten Herangehensweise waren Wälder seit jeher Orte von Mythen, Sagen und Phantasiewesen. Wie können in einem künstlerischen Projekt Phantasie und Biotechnologie zusammen finden? Kann man harte Wissenschaft „demystifizieren“, indem man sie kreativ interpretiert?
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Mit freundlicher Unterstützung von der Senatverwaltung für Kultur und Europa


Vortrag & Performativer Workshop

Margherita Pevere | Anatomy of an inter-connected system

15. Juli 2017, 14-18 Uhr (auf englisch)


Growing cellulose (bacterial culture in liquid medium), Margherita Pevere, 2016. Foto: Margherita Pevere


Ausgangspunkt des Seminars ist die Recherche des Künstlerin an der Schnittstelle von Bildender Kunst, theoretischer Forschung und biologischer Prozesse. Im Zentrum steht die Beziehung zwischen Mensch und Natur unter Berücksichtigung der heutigen Umweltkrise und die Frage, wie künstlerische Praktiken, die lebende Organismen und Technologien einbeziehen, innovativ zur Debatte beitragen können. Wie können Künstler die komplexe Vernetzung zwischen Mensch und Biosphäre in einer hypertechnologischen Ära problematisieren? Welche ästhetischen und ethischen Implikationen gibt es? Das vorliegende Projekt möchte das Publikum in einer performativen Diskussion mit einem visuellen Ergebnis engagieren.
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Labiotech.eu puliziert am 08.07.2017 von Clara Rodríguez Fernández, Memories Encoded in DNA and Biological Reliques


Mit freundlicher Unterstützung von der Senatverwaltung für Kultur und Europa


Performativer Vortrag & Workshop

Alanna Lynch | Gut feelings

18. Juni 2017, 14-18 Uhr (auf englisch)


Foto links: Matthias Reichelt/ Foto rechts: Florian Denzin

Im Rahmen ihrer aktuellen Forschung hat Alanna Lynch Mikroorganismen gezüchtet, die Kombucha-Tee erzeugen. Während des Fermentierungsprozesses produziert diese symbiotische Kolonie von Bakterien und Hefe (Hefepilz, auf englisch SCOBY, symbiotic colony of bacteria and yeasts) Zellulose, ein Material, das schleimig ist, in nassem Zustand stark riecht und getrocknet als Textil verwendet werden kann. Lynchs Interesse, mit dieser Lebensform zu arbeiten, geht jedoch über deren Materialeigenschaften hinaus. Während ihrer Forschung konsumiert sie aktiv die Mikroorganismen ihres Forschungsgegenstands, indem sie den Tee trinkt. Lynch reflektiert folgende Phänomene: Die Hälfte der Zellen im menschlichen Körper sind bakterielle Zellen. Laut der Mikrobiom-Darm-Hirn-Achse beeinflussen Bakterien im Darm nachweislich die Psyche und damit menschliches Denken, Fühlen und sogar Handeln. Bakterien verfügen über ein tiefgreifendes Potential, Kategorien wie Subjekt/Objekt, Geist/Körper und menschlich/nichtmenschlich zu hinterfragen.
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Labiotech.eu puliziert am 24.06.2017 von Clara Rodríguez Fernández, The Kombucha Craze Steps into Art and the Science of the Microbiome

Mit freundlicher Unterstützung von der Senatverwaltung für Kultur und Europa


Bisherige Veranstaltungen:



Artist Talk mit Guy Ben-Ary

5. Mai 2017, 20 Uhr


Guy Ben-Ary ist Künstler und Forscher bei Symbiotica, dem künstlerischen Labor an der University of Western Australia, das sich der Forschung, dem Lernen und der praktischen Auseinandersetzung mit den Lebenswissenschaften widmet. Ben-Ary, als Künstler und Innovator in Wissenschaft und Neuen Medien international anerkannt, spezialisiert sich auf biotechnologische Kunstwerke, mit denen er unser Verständnis darüber, was lebendig ist, bereichern will. Dabei konzentriert er sich auf Tissue Engineering, Mikroskopie und biologische Bildgebung. Seine Forschung zielt auf eine Reihe grundlegender Themen ab, die den Schnittpunkt von Kunst und Wissenschaft untermauern: Leben und Tod, Kybernetik und künstliches Leben. Ben-Ary hat sich bei vielen seiner Arbeiten von Wissenschaft und Natur inspirieren lassen. Seine Kunstwerke nutzen Bewegung, Wachstum und biologische Daten, um technologische Aspekte der heutigen Kultur und die Wiederverwendung biologischer Materialien und Technologien zu untersuchen.
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CellF ein neuronaler Synthesizer tritt mit Schneider TM (12. Mai) und Stine Janvin (13. Mai) als Teil der Technosphärenklänge #3 im Haus der Kulturen der Welt auf.
12.-13. Mai 2017

Die dritte Auflage der Technosphärenklänge, die vom Haus der Kulturen der Welt in Zusammenarbeit mit dem CTM Festival produziert wird, präsentiert musikalische Projekte an der Grenze zu Kunst und Wissenschaft. Drei Projekte - der weltweit erste neuronale Synthesizer, der mit menschlichen Musikern spielt; Wassertropfen, die durch Schallwellen schweben und geformt werden; und die Kopplung von Raumklang mit hochenergetischen Lasern - machen aktuelle Vorstellungen von Materialität greifbar und reflektieren grundsätzlich die Beziehung zwischen Natur, Technik und menschlichem Bewusstsein. Alle drei Projekte erfordern intensive Forschung und ständige Zusammenarbeit zwischen den Künstlern, Naturwissenschaftlern und Technologen. Am darauffolgenden Tag werden Vorträge und Gespräche, die gemeinsam mit Art Laboratory Berlin veranstaltet werden, die Forschung und die Wissenschaft hinter den Aufführungen erläutern und die gesellschaftlichen Auswirkungen der Werke diskutieren.
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Ein Projekt von HKW und CTM Festival in zusammenarbeit mit Art Laboratory Berlin
Besondere Danke an Max Delbrück Center for Molecular Medicine


MDC Insights (Max Delbrück Center for Molecular Medicine) publiziert am 30.05.2017 von Martin Ballaschk, The Well-Tempered Neuron

cdm, publiziert am 8.05.2017 von Peter Kim, This cybernetic synth contains a brain grown from the inventor's cells



Bisherige Ausstellungen und Events: (hier clicken)


Publikationen!

[macro]biologies & [micro]biologies. Art and the Biological Sublime in the 21st Century. Hrsg. v. Regine Rapp & Christian de Lutz, Berlin 2015.
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Presseankündigung als .pdf

Online Publikation:
Wir freuen uns sehr, mit Ihnen/ Euch unsere Online-Publikation der zweitägigen internationalen, interdisziplinären Konferenz zu teilen, die bei Art Laboratory Berlin im Sommer 2013 stattgefunden hat: Synaesthesia. Discussing a Phenomenon in the Arts, Humanities and (Neuro-)Science






Informationen über Art Laboratory Berlin:
Art Laboratory Berlin (als.PDF)

 


Wenn Sie Fragen haben, Pressematerial zu Art Laboratory Berlin oder zu einzelnen Projekten wünschen steht Ihnen unsere Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gerne zur Verfügung.


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